Aktivitäten/Initiativen

Gute kartographische Praxis im Gesundheitswesen (GKPiG)

Die gute kartographische Praxis im Gesundheitswesen definiert Handlungsempfehlungen für die Erstellung von Karten und gibt Hinweise für die Interpretation von Karten im Gesundheitswesen. Die Handlungsempfehlungen sollen Personen aus den Bereichen Epidemiologie, Versorgungsforschung, öffentlicher Gesundheitsdienst etc. ansprechen, die sich mit der Planung, Vorbereitung, Durchführung, Auswertung, Beurteilung sowie Interpretation von kartographischen Darstellungen im Gesundheitswesen befassen, jedoch keine geographischen bzw. kartographischen Vorkenntnisse aufweisen.

Die Erstellung der GKPiG geht auf eine gemeinsame Initiative des Arbeitskreises „Medizinische Geographie und geographische Gesundheitsforschung “ in der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG), der Arbeitsgruppe „Health Geography“ in der Deutschen Epidemiologischen Gesellschaft (DGEpi) sowie des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) zurück.

Gute kartographische Praxis im Gesundheitswesen (PDF)

Gute Praxis Erreichbarkeitsanalysen

Erreichbarkeitsanalysen bieten eine rationale, empirische Grundlage für partizipative Prozesse und (gesundheits-) politische Entscheidungen und werden auch vor Gericht verwendet (z. B. bei Sicherstellungszuschlägen, § 136c Absatz 3 SGB V). Die Ermittlung einer objektiven, gerechten und guten Erreichbarkeit von Einrichtungen der (medizinischen) Grundversorgung in Stadt und Land ist insbesondere von kleinräumigen Daten und räumlichen Analysemethoden abhängig. Die unterschiedlichen Zugänge sowie die verschiedenen Interessen der einzelnen Akteure haben Auswirkungen auf die Analysemethoden, Ergebnisdarstellung und -interpretation. Häufig werden Ergebnisse, die auf unterschiedlichen Methoden basieren, vergleichend gegenübergestellt und es kommt zu Fehlinterpretationen und Missverständnissen. Die Glaubwürdigkeit von Raumanalysen wird dadurch gemindert.

Bei den publizierten Erreichbarkeitsanalysen mangelt es bisher häufig an Replizierbarkeit der Arbeitsschritte sowie einer detaillierten Daten- und Methodenbeschreibung. Die Bereitstellung einer guten Praxis für Erreichbarkeitsanalysen wäre in diesem Kontext empfehlenswert. Diese kann u. a. eine Übersicht zu räumlichen Analysemethoden und Datengrundlagen liefern und so eine wissenschaftliche Basis für GIS-Analysen in verschiedensten Fachbereichen bilden. Die neue Initiative „Empfehlungen zur guten Praxis“ möchte auch zu einer Versachlichung der Diskussion von Erreichbarkeitsanalysen beitragen.

Das Kick-Off-Treffen der Initiative Gute Praxis Erreichbarkeitsanalysen hat auf der Jahrestagung des Arbeitskreises der Medizinischen Geographie und geographischen Gesundheitsforschung auf dem Deutsche Kongress für Geographie (DKG) in Kiel 2019 stattgefunden.

Ansprechpartner:
Jutta Grohmann (jutta.grohmann@lzg.nrw.de)
Sebastian Völker (sebastian.voelker@kvwl.de)

Gute Praxis räumliche Statistik im Gesundheitswesen

Räumlich-statistische Auswertungen nehmen in unserer täglichen Arbeit einen immer größeren Stellenwert ein, liegen doch immer mehr Gesundheitsdaten mit regionalem Bezug vor. Allerdings sind viele Verfahren dazu nicht unbedingt den Nutzern regionalisierter Gesundheitsdaten bekannt bzw. es fehlt oftmals das Wissen, wie diese Verfahren praktisch umzusetzen sind. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, eine gute Praxis räumliche Statistik im Gesundheitswesen ins Leben zu rufen. Ziel der Initiative ist es, die verwendeten räumlich-statistischen Methoden leicht verständlich anhand einiger Praxisbeispiele vorzustellen, um Wissenschaftlern ohne GIS-Hintergrund den Einstieg leichter zu machen. Thematisiert werden sollen bisher unter anderem:
– Regionale Einheiten Deutschlands (Geomarkets, Postleitzahlen, Gemeinden, Landkreise usw.)
– Glättungsverfahren
– Clustertests
– Räumliche und raum-zeitliche Regressionsmodelle

Interessenten können sich dazu gerne bei Boris Kauhl (boris.kauhl@nordost.aok.de) bis zum 30.10.2020 melden. Geplant ist ein erster Workshop im ersten Quartal 2021 in Berlin sofern die aktuelle Situation dies zulässt.